Die ASTRA Satelliten von Luxemburg

Kleines Großherzogtum als Satellitenstützpunkt
In ständiger Verbindung mit dem Weltraum

Das idyllisch gelegene Schloss Betzdorf ist die Residenz des Satellitenbetreibers SES ASTRA S.A. Von 1953 bis 1964 wohnte hier der damalige Erbgroßherzog Jean mit seiner Familie. Jetzt werden von diesem Stützpunkt aus rund um die Uhr Satelliten betreut. Wie kam es dazu?

Lizenzen für „Coca-Cola-Satelliten“ gesichert

Wo früher Kühe grasten, befinden sich heute die riesigen Empfangs-Antennen der SES. Alles begann damit, dass sich das kleine Luxemburg 1977 auf der Weltfunkkonferenz in weiser Voraussicht ebenso viele Lizenzen, um Satelliten in den Orbit zu schießen, gesichert hatte wie größere Länder, allen voran die USA. Das war der Grundstock für den wirtschaftlichen Erfolg der ASTRA Satelliten. Weil die Luxemburger dabei auf amerikanische Technik setzten, begegneten ihnen die europäischen Nachbarn zunächst mit Argwohn und der Spitzname „Coca-Cola-Satelliten“ entstand.

Über 70 Satelliten hat SES seitdem ins All geschossen. Gebaut werden sie von verschiedenen Anbietern, darunter Airbus, Boing oder die französische Thales-Gruppe. Die Satelliten umkreisen die Erde in zwei verschiedenen Umlaufbahnen. Die mittelgroßen in etwa 8.000 und die geostationäre Flotte in 36.000 Kilometern Höhe. Sie versorgen über 367 Millionen Haushalte weltweit mit mehr als 8.300 Fernseh- und Radioprogrammen.

Kontrollraum als Herzstück der Anlage

Alle Antennenanlagen, die in der Anlage auf Schloss Betzdorf zu sehen sind, befinden sich in ständigem Austausch mit den Satelliten – und das werden immer mehr, da ständig neue Satelliten hinzukommen, die es zu kontrollieren und zu beaufsichtigen gilt. Herzstück der Anlage ist daher auch der streng gesicherte Kontrollraum, von dem aus die Satelliten permanent überwacht und gesteuert werden.

Bevorzugte TV-Technik – auch in Deutschland

Theoretisch kann mit den Satelliten unter luxemburgischer Flagge die gesamte Weltbevölkerung erreicht werden, auch deutsche Haushalte setzen bevorzugt auf diese Technik, um fernzusehen. Luxemburg spielte in Sachen Fernsehen übrigens schon vor dem Aufkommen des Empfangs über Satellit eine entscheidende Rolle, denn von hier aus wurden davor bereits private Hörfunk- und Fernsehprogramme über Antenne in die Nachbarländer ausgestrahlt. 
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